Ein Ausblick auf den Jahrgang 2025

Die Trauben präsentieren sich Anfang August in sehr gutem Gesundheitszustand. Der moderate Behang, die gute Wasserversorgung der Böden und die kühleren Temperaturen ab Mitte August (etwa vier Wochen vor dem Lesebeginn) stimmen uns ausgesprochen optimistisch. Alles deutet auf einen Jahrgang hin, der riesiges Potenzial hat!
Der Vegetationsverlauf.
Ein trockener, mäßig kalter Winter liegt hinter uns. Bis Anfang April bleiben die Temperaturen niedrig, der Austrieb verzögert sich im Vergleich zum Vorjahr um etwa zwei Wochen, was wir begrüßen. Das Frühjahr bringt regelmäßige Niederschläge, die Reben entwickeln sich kräftig. Auch die Begrünung, die wir Anfang April eingesät haben, keimt gut auf.
Anfang Mai dann ein kurzer Schockmoment: Spätfrost. In den tiefer gelegenen Terrassen kommt es zu leichten Schäden. Zum Glück kein Vergleich zum Vorjahr, als wir so rund 50 % der Ernte verloren haben. Im weiteren Monatsverlauf bleibt es trocken, was eine Entlastung für den Pflanzenschutz und ideale Bedingungen für eine gute und regelmäßige Blüte Mitte Juni bedeutet. Der niederschlagsfreie Juni bringt auch die erste Hitzewelle des Jahres mit sich. Damit verstärkt sich die mittlerweile extreme Trockenheit. In den Junganlagen kürzen wir die Begrünung vorsorglich stark zurück, um Trockenstress in den Reben zu vermeiden.
Und dann der unerwartete Umschwung: Im Juli dreht das Wetter komplett. Plötzlich wird es ungewöhnlich kalt und sehr regnerisch. Gefühlt jeden Tag ziehen Schauer durchs Kamptal. Über 130 Liter pro Quadratmeter fallen. Für die Reben und die Natur eine spürbare Erleichterung, aber auch eine Herausforderung im Pflanzenschutz. In mancher Nacht fallen die Temperaturen sogar unter 10 °C. Die Entwicklung der Trauben verlangsamt sich dadurch deutlich. Für uns ein positives Signal: spätere Lese, längere und langsamere Reife, bessere Aromenausbildung und der Erhalt einer angenehmen, natürlichen Säure.
Ein schweres Unwetter mit Hagel und Starkregen beendet diese kühle Phase Ende Juli abrupt und leitet die zweite Hitzewelle des Jahres ein. Anfang August wird es für etwa eine Woche richtig heiß mit Temperaturen bis 36°C. Die hagelgeschädigten Beeren trocknen in Folge schnell ein. Der Pflanzenschutz ist Anfang August ebenfalls abgeschlossen. Die Zuckerreife beginnt.
Wir bereiten uns nun auf die intensivste und schönste Zeit des Jahres vor. Die Natur hat bestens vorgelegt und wir sind bereit, das Maximum herauszuholen!
