{"id":12957,"date":"2024-05-29T15:13:57","date_gmt":"2024-05-29T13:13:57","guid":{"rendered":"https:\/\/hiedler.at\/?p=12957"},"modified":"2026-07-16T11:40:51","modified_gmt":"2026-07-16T09:40:51","slug":"regnerative-viticulture-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hiedler.at\/en\/2024\/05\/29\/regnerative-viticulture-2\/","title":{"rendered":"Thoughts on Sustainability and Regenerative Agriculture"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/hiedler.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12957\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>. For the sake of viewer convenience, the content is shown below in the alternative language. You may click the link to switch the active language.<\/p><p><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nachhaltiges Handeln und die Rolle der Landwirte als H\u00fcter der Natur und Biodiversit\u00e4t gewinnen zunehmend an Bedeutung. In diesem Beitrag m\u00f6chten wir unsere Gedanken zu diesem Thema mit euch teilen und euch einen m\u00f6glichst tiefen Einblick in unsere Arbeit gew\u00e4hren. So k\u00f6nnt ihr nachvollziehen, warum wir tun, was wir tun, und warum wir viel Sinn darin sehen, die Dinge so zu tun, wie wir sie tun. Wir m\u00f6chten euch unsere Perspektive vermitteln, damit ihr euch eure eigene Meinung bilden k\u00f6nnt. Gleichzeitig m\u00f6chten wir euch das Konzept der regenerativen Landwirtschaft n\u00e4herbringen, nach dessen Prinzipien wir unsere Weinbergsarbeit ausgerichtet haben. <strong>Was uns antreibt ist schlie\u00dflich nicht nur guten Wein zu machen, sondern auch eine sinnvolle und naturnahe Arbeit leisten zu k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Was ist nachhaltig?<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">F\u00fcr uns Winzer steht beim Thema Nachhaltigkeit in erster Linie die Bewirtschaftung im Mittelpunkt. Auch wenn sie letztlich nur einen Teilaspekt des Ganzen darstellt, flie\u00dft sie aufgrund ihrer zentralen Bedeutung und der weitreichenden Implikationen direkt oder indirekt in nahezu alle Entscheidungen mit ein. Diese Entscheidungen haben direkten Einfluss auf die sp\u00e4tere Qualit\u00e4t des Weines und auch die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Das macht den Begriff deutlich komplexer, als er auf den ersten Blick scheint. Noch komplexer wird es sp\u00e4ter f\u00fcr die Konsumenten, die mittlerweile mit einer Vielzahl von Schlagworten, Zertifizierungen und Green Labels konfrontiert werden. So entstand \u00fcber die Jahre ein Dschungel an Aussagen, welche den Bereich Landwirtschaft immer abstrakter erscheinen lassen und die Realit\u00e4t mehr oder weniger verzerren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Betrachten wir alles mal ganz pragmatisch: Nachhaltigkeit ist <strong data-start=\"188\" data-end=\"240\">\u00f6kologisch, \u00f6konomisch und sozial<\/strong>. Nachhaltig zu handeln bedeutet, Ressourcen so zu nutzen, dass sie langfristig gesund bleiben und erhalten werden, ohne zuk\u00fcnftige Generationen zu benachteiligen. Eigentlich ganz einfach. Intuitiv wissen wir in unserem Tun meist, was gut ist und was nicht. Man sieht es, wenn man genau hinschaut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Nachhaltig denken und handeln<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Generalverdacht und Dogmatismus haben die Branche leider sp\u00fcrbar gespalten (vielleicht auch ein Spiegel unserer Zeit). Dabei scheint im Kopf oft wenig Raum f\u00fcr andere Perspektiven und Herangehensweisen zu bleiben, die sich jenseits eines Bio-Siegels oder konventionell-industriell erzeugter Weine bewegen. Nat\u00fcrlich werden auch wir h\u00e4ufig gefragt, nach welchem &#8220;Regelwerk&#8221; wir arbeiten, welche Ma\u00dfnahmen wir ergreifen, um Nachhaltigkeit zu erreichen, ob wir biologisch zertifiziert sind oder warum nicht, wie wir zur Biodynamie stehen oder was eigentlich hinter der sogenannten &#8220;regenerativen Landwirtschaft&#8221; steckt, auf die wir uns oft beziehen. Es ist gut, dass die Menschen Fragen stellen und sich daf\u00fcr interessieren, schlie\u00dflich geht es um viel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wir empfinden die Weingartenbewirtschaftung als spannende und unglaublich vielseitige Arbeit. T\u00e4glich beobachten wir, wie die Natur auf unsere Ma\u00dfnahmen reagiert, und wir lernen st\u00e4ndig dazu. Unser Ziel ist es, jedes Jahr noch besser zu werden und offen zu bleiben f\u00fcr neue, vielleicht auch bessere Wege. Deswegen empfinden wir es als wichtig, Bewirtschaftungspraktiken und damit verbundene Zertifizierungen ebenso kritisch zu hinterfragen. Das ist besonders relevant, da wir uns unserer Verantwortung als Landwirte und Unternehmer bewusst sind und entsprechend handeln m\u00f6chten. Denn eines vorweg:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>&#8220;Nachhaltigkeit muss individuell erzielt werden. Es gibt keine One-size-fits-all-L\u00f6sung.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Ein kritischer Blickwinkel<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Eine Zertifizierung geht in den meisten F\u00e4llen mit der Einschr\u00e4nkung des Handlungsspielraums f\u00fcr den Lizenznehmer einher, sonst w\u00e4re sie ja irgendwie bedeutungslos. Das ist erstmal v\u00f6llig logisch und scheint auch unproblematisch zu sein. So spielen alle nach denselben Regeln. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch trotzdem ein nicht zu untersch\u00e4tzendes Problem: Die weinbaulichen Voraussetzungen der einzelnen Betriebe unterscheiden sich teils erheblich voneinander. Was meinen wir damit?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein prominentes und nachvollziehbares Beispiel daf\u00fcr ist das EU-Biosiegel: Die Zertifizierungsvorgaben werden europaweit einheitlich angewendet, ohne auf klimatische, topographische oder geologische Besonderheiten einzelner Anbaugebiete R\u00fccksicht zu nehmen. Daraus ergibt sich, dass einige Produzenten aufgrund ihrer geografischen Lage einen nat\u00fcrlichen Vorteil zur Erf\u00fcllung der Vorgaben haben, w\u00e4hrend andere klare Nachteile haben. Somit kann nicht jeder Bio-Betrieb gleicherma\u00dfen nachhaltige (und \u00f6konomische) Landwirtschaft betreiben. Nun entscheiden sich manche Winzer nat\u00fcrlich trotzdem aus \u00dcberzeugung f\u00fcr diesen Weg, um das Beste f\u00fcr ihre Weing\u00e4rten zu tun. Andere wiederum erkennen m\u00f6glicherweise die Schwierigkeiten (und mitunter die fehlende Nachhaltigkeit), die eine solche Zertifizierung in ihrem Anbaugebiet mit sich bringt. Diese Kollegen zertifizieren sich dann vielleicht auch aufgrund von Vermarktungszw\u00e4ngen oder Marktdruck, etwa um ihre Marktposition zu sichern oder Anforderungen gro\u00dfer Handelspartner zu erf\u00fcllen. Ergo: Manchmal ergibt diese Zertifizierung im Puncto Nachhaltigkeit Sinn, manchmal weniger oder gar keinen. Das versteht man besonders dann, wenn man wirklich mitten im Arbeitsgeschehen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Seit dem EU Green Deal ist besonders das Thema Pflanzenschutz in unserer Branche hei\u00df diskutiert. Kaum ein Bereich polarisiert die Gesellschaft mehr als die Frage, welche Mittel (oder Gifte) zur Anwendung kommen. Manchmal wirkt es auf uns, als w\u00e4re es f\u00fcr viele das einzig relevante Thema, wenn es um nachhaltige Landwirtschaft geht. Das ist es nat\u00fcrlich nicht. Da Pflanzenschutz die Debatte aber besonders anheizt und auch jenen Bereich darstellt, den wir selbst kritisieren, wollen wir hier starten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Pflanzenschutz im Weinbau<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\" data-start=\"135\" data-end=\"709\">Pflanzenschutz ist essenziell. Ohne ihn w\u00e4re keine moderne Agrarwirtschaft m\u00f6glich. Auch kein Weinbau. Selbst pilzwiderstandsf\u00e4hige Rebsorten (PIWI) verlieren im Laufe der Zeit einen Teil ihrer eingekreuzten Resistenzen und m\u00fcssen dann mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden (wenigstens trotzdem mit geringerem Mitteleinsatz). Es ist daher wenig \u00fcberraschend, dass intensiv \u00fcber Spritzmittel diskutiert wird. F\u00fcr Konsumentinnen und Konsumenten ist dieses \u201egiftige\u201c Thema greifbar und verst\u00e4ndlich, weshalb es im Zentrum der \u00f6ffentlichen Debatte steht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" data-start=\"711\" data-end=\"992\">Das Resultat ist eine Polarisierung in zwei Lager: Bio oder Nicht-Bio. Auch wenn diese Diskussion oft von einer betr\u00e4chtlichen Portion Dogmatismus gepr\u00e4gt ist, liegt die eigentliche Wahrheit irgendwo dazwischen, abh\u00e4ngig vom Standort und den klimatischen Bedingungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" data-start=\"994\" data-end=\"1604\">Angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Meinungen und Aussagen kann man es niemandem ver\u00fcbeln, wenn unklar bleibt, was letztlich im Glas landet. Um dies wirklich zu verstehen, m\u00fcsste man gemeinsam mit den Produzentinnen und Produzenten in die Weing\u00e4rten gehen, am besten mitarbeiten und sowohl die Pflanzen als auch den Oberboden genau betrachten. Das ist jedoch weder praktikabel noch zeitlich machbar. Aus diesem Grund wurden Zertifizierungen ja geschaffen. Dennoch erlauben auch sie keine einfache oder pauschale Aussage \u00fcber \u201eNachhaltigkeit\u201c, wie bereits eingangs erl\u00e4utert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" data-start=\"1606\" data-end=\"2113\">Zur\u00fcck zum Beispiel EU-Biosiegel: Biologisch-organischer Pflanzenschutz ist grunds\u00e4tzlich ein sehr guter Ansatz. Wir selbst orientieren uns weitgehend daran, da er in mehreren Aspekten unseren Vorstellungen von Nachhaltigkeit entspricht. Solange die Witterungsbedingungen mitspielen, ist dieser Ansatz in der Regel ausreichend, und die Herstellung der Spritzbr\u00fche vergleichsweise einfach. Bei sachgem\u00e4\u00dfer und umsichtiger Anwendung weist er einige grunds\u00e4tzliche St\u00e4rken auf, die wir im Folgenden kurz hervorheben m\u00f6chten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Was wir gut finden<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Pflanzenschutzmittel die f\u00fcr biologischen Weinbau zugelassen sind hinterlassen in der Regel keine bedenklichen R\u00fcckst\u00e4nde in den Trauben (jedoch im Boden, dazu gleich mehr). Man muss aber einwerfen, dass dabei entgegen des allgemein vorherrschenden Idealbilds, ebenso chemisch aufbereitete und \u00f6kotoxologische Spritzmittel eingesetzt werden. Deswegen haben sie ja auch eine Wirkung gegen Schaderreger.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein Vorteil ist, dass diese Mittel (insbesondere Kupfer) deutlich weniger zur Entwicklung von Resistenzen bei Sch\u00e4dlingen und Krankheiten beitragen. Synthetische Wirkstoffe k\u00f6nnen oft zu Resistenzen f\u00fchren, was den langfristigen Schutz der Weinst\u00f6cke erschweren kann und weswegen diese in einer ganz bestimmten &#8220;Spritzfolge&#8221; eingesetzt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">In der Theorie erm\u00f6glicht der biologische im Gegensatz zum konventionellem oder kontrolliert-integriertem Pflanzenschutz den Reben au\u00dferdem, etwas mehr f\u00fcr ihren eigenen Schutz zu tun. Es sollen die nat\u00fcrlichen Abwehrmechanismen der Reben gest\u00e4rkt werden, idem sie dazu angeregt werden, eigene Abwehrstoffe zu produzieren. So sollen sie langfristig widerstandsf\u00e4higer gegen Krankheiten werden. Das ist zwar w\u00fcnschenswert und plakativ, aus eigener Erfahrung m\u00fcssen wir aber einr\u00e4umen, dass dies im Regelbetrieb nur schwer nachzuweisen ist. Infektionen m\u00fcssen durch den pr\u00e4ventiven Einsatz der Mittel bereits im Vorfeld von uns unterbunden werden, andernfalls g\u00e4be es keine Wirkung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">In Bio zugelassene Spritzmittel sind non-invasiv, da ausschlie\u00dflich mit Belagsmitteln gearbeitet werden darf. Belagsmittel sind Pflanzenschutzmittel, die nicht in die Pflanze eindringen, sondern als sch\u00fctzender Film auf der Oberfl\u00e4che von Bl\u00e4ttern und Trieben verbleiben und dort vorbeugend gegen Krankheiten wirken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Genau darin liegt jedoch auch die Krux.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Triebe der Rebe wachsen rasch, sodass der Spritzbelag nahezu w\u00f6chentlich erneuert werden muss. In bestimmten Jahren kann dies den Spritzaufwand im vergleich zu allen anderen Bewirtschaftunsgweisen deutlich erh\u00f6hen, die B\u00f6den durch h\u00e4ufige \u00dcberfahrten stark belasten und sowohl Ernteausf\u00e4lle nach sich ziehen. Bei g\u00fcnstiger Wetterlage, also bei trockener Witterung, stellt das in der Regel kein Problem dar. Wenn wir allerdings mit einer schwierigen Wetterlage konfrontiert sind, wie es im Kamptal oft der Fall ist (und mit voranschreitendem Klimawandel vermutlich auch h\u00e4ufiger der Falls ein wird), stellt sich die Situation deutlich anders dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der biologisch-organische Rahmen f\u00fcr Pflanzenschutz bringt viele erstrebenswerte Vorteile f\u00fcr nachhaltige Bewirtschaftung mit sich, doch er hat auch eine Schattenseiten, die wir offen kritisieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Was wir kritisieren<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Sehen wir uns eine problematische Pflanzenschutzsituation anhand eines aktuellen Beispiels im Kamptal an. Es ist Ende Mai 2024. Die Wetterprognose: Regen, Regen, Regen. Gerade steht uns die heikelste Phase im Pflanzenschutz bevor, die Bl\u00fcte. Es besteht Handlungsbedarf. Wie sch\u00fctzen wir unsere Reben und unseren Ertrag? Wie gehen wir \u201erichtig\u201c mit der Situation um? Der Regen, \u00fcber den wir uns in den meisten F\u00e4llen freuen, kostet uns in der Pflanzenschutzsaison viele Nerven. Ob die biologische Variante in diesem Fall wirklich immer nachhaltiger ist als die anderen, ist fragw\u00fcrdig. Warum?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">1. Bodenverdichtung<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Spritzbr\u00fche wird meist mit dem Traktor ausgebracht, was bedeutet, dass der Traktor nun in einen v\u00f6llig nassen Boden fahren muss, um die kurzen, trockenen Zeitfenster f\u00fcr das Spritzen auszunutzen. Es herrschen dann besonders ung\u00fcnstige Bodenverh\u00e4ltnisse vor. Nasser Boden hat die Eigenschaft, sich besonders stark zu verdichten und zu verkleben, das Bodengef\u00fcge wird gro\u00dfteils zerst\u00f6rt und das wichtige Bodenleben sowie das Wurzelwachstum gehemmt. Das l\u00e4sst sich nur schwierig und mit viel Aufwand und Zeit &#8220;reparieren&#8221;. Und auch wenn kaum ein Konsument daran denkt: Bei nachhaltigem Weinbau sollte es prim\u00e4r um unsere B\u00f6den gehen. Kaum etwas anderes ist vergleichsweise so wichtig. In der Realit\u00e4t belastet der biologische Pflanzenschutz leider oft die B\u00f6den, besonders wenn er industriell und un\u00fcberlegt praktiziert wird. Dabei sollte der Boden bestimmen, wie mit dem Weingarten umgegangen werden sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">2. Kupfer<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Traktor verdichtet mit einer Vielzahl an Durchfahrten nicht nur den Boden; hinzu kommt das Kupfer. In der biologischen und biodynamischen Landwirtschaft gibt es derzeit keine zugelassene Alternative zu Kupfer als nat\u00fcrliches Fungizid. Es wird eingesetzt im Kampf gegen den falschen Mehltau, die f\u00fcr uns am schwierigsten zu bek\u00e4mpfende Pilzkrankheit. Die Kupfer-Ionen m\u00fcssen in ausreichender Anzahl auf der Pflanzenoberfl\u00e4che verteilt werden, um jede Pilzspore zu erfassen und deren Auskeimung zu verhindern. Das Problem ist der Regen, der den Spritzbelag regelm\u00e4\u00dfig absp\u00fclt, weshalb in regenreichen Wetterphasen Kupfer in gro\u00dfen Mengen zum Einsatz kommt. Aufgrund seiner chemischen Stabilit\u00e4t wird Kupfer nicht leicht abgebaut, sondern bleibt im Boden gebunden und reichert sich dort an. Im Laufe der Zeit nimmt also die Konzentration von Kupfer im Boden zu, insbesondere in den oberen Schichten, was aufgrund der \u00f6kotoxikologischen Eigenschaften des Schwermetalls langfristig sehr problematisch ist. F\u00fcr Pflanzen ist Kupfer zwar ein lebensnotwendiges Spurenelement, das f\u00fcr die Photosynthese und viele andere wichtige Stoffwechselvorg\u00e4nge ben\u00f6tigt wird, doch eine erh\u00f6hte Belastung wirkt phytotoxisch und kann auch zu Wurzelsch\u00e4den oder absterbenden Bl\u00e4ttern f\u00fchren. Hohe Kupferkonzentrationen k\u00f6nnen au\u00dferdem das Bodenleben beeintr\u00e4chtigen. Mikroorganismen und Bodenlebewesen wie Regenw\u00fcrmer, die f\u00fcr die Bodenfruchtbarkeit wichtig sind, k\u00f6nnen durch erh\u00f6hte Kupferwerte gesch\u00e4digt werden, das wurde umfassend untersucht (und wird auch weiter erforscht). Hohe Belastungen mit Kupfer werden ab einem Boden-pH-Wert unter 5 besonders kritisch, da dann die Verf\u00fcgbarkeit von Kupfer stark ansteigt. Paradoxerweise ist Kupfer damit eigentlich nicht so einfach mit nachhaltigem Weinbau zu vereinbaren. F\u00fcr den biologischen Pflanzenschutz ist es jedoch mangels Alternativen unerl\u00e4sslich. Die EU hat die Zulassung daher verl\u00e4ngert. Aktuell d\u00fcrfen durchschnittlich 4 kg Reinkupfer pro Hektar und Jahr ausgebracht werden. Die zul\u00e4ssige Dosis wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach reduziert, was in manchen Weinbaugebieten problematisch ist, weil dort ein gr\u00f6\u00dferer Bedarf besteht. Sp\u00e4testens wenn Kollegen berichten, dass sie in einer schwierigen Saison 20-mal spritzen mussten, sollte sich jeder die Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher Ma\u00dfnahmen stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Weil Kupfer \u00f6kotoxikologisch h\u00f6chst bedenklich ist, nimmt es einen der obersten R\u00e4nge auf jener Liste ein, auf der die EU die zu substituierenden Pflanzenschutzmittel auff\u00fchrt. Nicht umsonst gibt es im Weinbau auch eine Fraktion, die dem Kupfer berechtigterweise kritisch gegen\u00fcbersteht und nicht zuletzt gilt es, auch die Landwirtschaft und die Konsumenten f\u00fcr das Thema Kupfer zu sensibilisieren. Weil fast alle Winzer davon abh\u00e4ngig sind, kann Kupfer aber nicht einfach so gestrichen werden. Solange es keine Alternative gibt, wird es uns als eines der wenigen wirksamen nat\u00fcrlichen Fungizide erhalten bleiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Ein (schon damals) guter Ansatz: der Einsatz von Kaliumphosphonat<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Obwohl seit langem eigentlich einen sehr guten Ansatz g\u00e4be um die Kupferproblematik und auch die \u00f6konomische Sicherheit in den Griff zu bekommen, n\u00e4mlich den gezielten Einsatz von geringen Mengen Kaliumphosphonat. Mit einer durchdachten Kombination aus Kupfer und Kaliumphosphonat lie\u00dfe sich im Pflanzenschutz ein Maximum an \u00d6kologie erreichen. Bedauerlicherweise verlor Kaliumphosphonat 2012 seine Zulassung als biologisch-organischer Wirkstoff, vermutlich aufgrund des Lobbyings s\u00fcdeurop\u00e4ischer Weinbaul\u00e4nder. Diese L\u00e4nder, die wegen des trockenen Klimas weniger auf ein solches Pflanzenschutzmittel angewiesen sind, argumentierten gegen Kaliumphosphonat mit Verweis auf dessen synthetische Herstellung und die daraus resultierende Unvereinbarkeit mit den Prinzipien des biologischen Pflanzenschutzes. Dabei wird offensichtlich \u00fcbersehen, dass auch unsere Kupfer-Spritzmittel synthetisch hergestellt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das beispielsweise in Algen nat\u00fcrlich vorkommende Phosphonat dringt in den Saftstrom der Pflanze ein und verteilt sich im Gewebe, wodurch es die Rebe f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum von innen sch\u00fctzt. Dadurch eignet es sich besonders f\u00fcr den Einsatz vor\/bei instabilen Wetterlagen. Unter solchen Bedingungen k\u00f6nnte Kaliumphosphonat nicht nur die ben\u00f6tigten Kupfermengen erheblich reduzieren, sondern auch die Anzahl der Durchfahrten im Weinberg senken, was Boden, Reben und letztlich auch der \u00d6konomie und Weinqualit\u00e4t zugutek\u00e4me. Das w\u00e4re optimierter, naturnaher und \u00f6kologisch nachhaltiger Pflanzenschutz. Ein durchdachtes Regulierungssystem sollte eine solche M\u00f6glichkeit nicht einfach ausschlie\u00dfen (wie im Fall des EU-Bio-Siegels), sondern die teils erheblichen Unterschiede zwischen den europ\u00e4ischen Weinbaugebieten ber\u00fccksichtigen. Warum ist das relevant?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Es geht nicht ohne \u00f6konomische Nachhaltigkeit<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Im schlimmsten Fall kann das rigide Pflanzenschutz-Korsett der EU-Bio-Zertifizierung in extrem ung\u00fcnstigen Wetterverh\u00e4ltnissen zu einem hohen Ernteausfall oder einem Totalverlust f\u00fchren. Intensiver Pflanzenschutz bei fallenden Ertr\u00e4gen; das scheint nicht nur paradox, sondern verdeutlicht auch die Grenzen eines nachhaltigen biologischen Weinbaus. Wenn die Trauben den diversen Pilzkrankheiten zum Opfer fallen, weil der Spritzbelag st\u00e4ndig vom Regen abgewaschen wird und nicht zeitgerecht erneuert werden kann (auch der Faktor Zeit ist eine gro\u00dfe H\u00fcrde f\u00fcr einige kleinere Betriebe), dann wird Weinbau bald unrentabel. Sprich, keine (kleine) Ernte bei vollem (oder deutlich erh\u00f6htem) Aufwand, also der volle Einsatz von Ressourcen, auch finanziell. Solange Umwelt und Konsumenten die Kosten tragen, funktioniert das nat\u00fcrlich. Aber wir meinen: nicht um jeden Preis.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wir wollen nicht einfach zusehen m\u00fcssen, wie die Trauben trotz aller Bem\u00fchungen am Rebstock verfallen, weil wir aufgrund einer Zertifizierung, die wir sonst verlieren w\u00fcrden, nicht mehr reagieren k\u00f6nnen. Mein Bruder und ich wollen in anspruchsvollen Situationen in der Lage sein, unsere Ertr\u00e4ge zu sichern, auf eine Weise, die auch unsere die B\u00f6den und Kulturanlagen schont. F\u00fcr uns bedeutet das, den Einsatz eines Pflanzenschutzmittels wie Kaliumphosphonat nicht grunds\u00e4tzlich auszuschlie\u00dfen, zudem ist es \u00f6kologisch unbedenklicher als Kupfer.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">So haben wir Nachhaltigkeit im Punkto Pflanzenschutz f\u00fcr uns pers\u00f6nlich definiert, und darin finden wir wirklich Sinn. Das impliziert vielleicht, dass alles erlaubt sein sollte, um das Ziel zu erreichen. So sehen wir das aber eben auch nicht, denn es ist klar, dass wir uns nat\u00fcrlich in einem gewissen Rahmen an Ma\u00dfnahmen bewegen. <strong>Es gilt herauszufiltern, welche Handlungen wir setzen k\u00f6nnen, die eine positive Auswirkung auf unsere unmittelbare Umwelt haben bzw. wie wir die sch\u00e4dlichen Auswirkungen in Grenzen halten k\u00f6nnen<\/strong>, etwa beim Pflanzenschutz. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es eine Vielzahl synthetischer Mittel, die definitiv nicht zum Einsatz kommen sollten, darunter auch Herbizide und Insektizide (dazu sp\u00e4ter noch mehr).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Was Kaliumphosphonat betrifft sind wir aber nicht alleine mit unserer Meinung. In unserer Branche wird diese Debatte aktiv gef\u00fchrt und einige machen sich f\u00fcr eine Wiederzulassung stark. Was das Bio-Siegel betrifft, k\u00f6nnte eine kleine Anpassung wie diese dazu f\u00fchren, das Versprechen des Siegels auch f\u00fcr die Anwender realistischer und praktikabler zu machen, mit echtem Mehrwert f\u00fcr Umwelt, Konsumenten und Winzer gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">F\u00fcr alle, die sich daf\u00fcr interessieren, hier sind jene Mittel, die bei uns beim Pflanzenschutz zum Einsatz kommen:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Netzschwefel<br \/>\nKupferhydroxid<br \/>\nKr\u00e4uter- und Algenextrakte<br \/>\nKaliumhydrogenkarbonat (Backpulver)<br \/>\nKaliumphosphonat<br \/>\nKokosseife<br \/>\nOrangen\u00f6l<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das Thema Pflanzenschutz haben wir hiermit ausf\u00fchrlich beleuchtet. Welche Aussage l\u00e4sst sich nun \u00fcber die Nachhaltigkeits-Implikationen einer solchen biologischen Zertifizierung treffen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Vermarktungstool?<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Was auf der Hand liegt, ist, dass in einer Zeit zunehmender Umweltbewusstheit das Thema Nachhaltigkeit von der Marketingindustrie immer st\u00e4rker ausgeschlachtet wird. Dadurch entsteht ein verzerrtes Gesamtbild, das sich irgendwo zwischen Greenwashing und wertvoller Information bewegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Um beim Beispiel Bio und Nicht-Bio zu bleiben: Auch wenn sich in der \u00d6ffentlichkeit eine zunehmende Einigkeit unter Verbrauchern abzeichnet, dass biologisch produzierte Weine stets die nachhaltigere (oder ges\u00fcndere) Wahl sind, sollte man sich bewusst machen, dass dies zwar grunds\u00e4tzlich nicht falsch, aber auch nicht pauschal richtig ist. Nat\u00fcrlich ist es nicht praktikabel, sich mit jedem einzelnen Produkt individuell auseinanderzusetzen, um es m\u00f6glichst informiert bewerten zu k\u00f6nnen. Hinzu kommt, dass man auch die Qualit\u00e4t der Informationen bewerten k\u00f6nnen m\u00fcsste, die von den Betrieben bereitgestellt werden. In diesem Zusammenhang macht eine Zertifizierung aus Sicht der Konsumenten durchaus Sinn und stellt eine logische Entwicklung dar. Sie hat jedoch nicht bei jedem Anwender die gleiche Aussagekraft \u2013 eine Tatsache, die sich nur schwer beurteilen l\u00e4sst, sofern man das \u00fcberhaupt m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" data-start=\"83\" data-end=\"709\">Nachhaltigkeit ergibt sich in unserer Branche aus einer Vielzahl unterschiedlicher Ma\u00dfnahmen. Festzuhalten ist jedoch, dass die wichtigsten dieser Ma\u00dfnahmen in der Bodenbewirtschaftung und Landschaftspflege zu finden sind. Diese bekommen allerdings kaum \u00f6ffentliche Beachtung, geschweige denn gibt es hierf\u00fcr ein entsprechendes Siegel, dem Konsumenten vertrauen k\u00f6nnten. Dadurch droht vor allem der Begriff \u201eBio\u201c in der Weinwirtschaft zunehmend zu einem reinen Marketinginstrument zu verkommen, ohne dass sich die Anwender ernsthaft mit bodenverbessernden und regenerativen Ma\u00dfnahmen oder deren Wirkmechanismen auseinandersetzen (m\u00fcssen). Leider spiegeln die heutigen Zertifizierungsstandards des EU-Biosigels kaum noch die urspr\u00fcnglichen Prinzipien und Praktiken wider, die ihre Gr\u00fcnder in den 1930er Jahren entwickelt hatten. Stattdessen erm\u00f6glichen sie oft eine industrielle und teils sogar bodensch\u00e4digende Landwirtschaft, die sich jedoch besser vermarkten l\u00e4sst. Sp\u00e4testens wenn aus Marketinggr\u00fcnden f\u00fcr diese Weine zudem extrem schwere Glasflaschen zum Einsatz kommen, verliert ein solches Siegel endg\u00fcltig seinen Sinn. Denn, was kaum jemand bedenkt, der gr\u00f6\u00dfte Teil des CO\u2082-Fu\u00dfabdrucks eines Weines entsteht unmittelbar durch die Verpackung und das Gewicht der Glasflasche (Energie bei der Herstellung, Transport, etc.).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Nachhaltigkeit weiterdenken<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">In Zeiten des Klimawandels, in denen Wetterextreme zunehmen, versuchen wir uns als junge Winzer nun der Frage nach der wirklichen Nachhaltigkeit weiter anzun\u00e4hern. In unserem Verst\u00e4ndnis darf diese nicht nur \u00f6kologisch und sozial gedacht werden, sondern auch \u00f6konomisch. Eine nachhaltige Weinproduktion erfordert nicht nur den Verzicht auf synthetische, &#8220;naturfremde&#8221; Chemikalien und Kunstd\u00fcnger, sondern auch eine Anpassungsf\u00e4higkeit, die den Erhalt der Ernte in widrigen Bedingungen und so auch die Rentabilit\u00e4t sicherstellt. Und noch viel wichtiger, erfordert sie eine st\u00e4rkere Hinwendung zum Boden (und zur Bodenbiologie) als zentraler Drehpunkt der Ma\u00dfnahmen. Hier liegt die n\u00e4chste Evolutionsstufe des nachhaltigen Weinbaus, und zwar nicht nur, weil ein guter Boden unglaublich viel CO\u2082 aus der Atmosph\u00e4re binden oder gro\u00dfe Regenmengen speichern kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Unsere Erkenntnis<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Produzenten und Konsumenten ben\u00f6tigen dringend einen inklusiveren, ganzheitlichen Ansatz, der sich an verschiedene Bedingungen, Regionen und Landschaften anpassen l\u00e4sst, alle Methoden und Ergebnisse bewertet und eine gerechte, gesunde und \u00f6kologische Welt f\u00f6rdert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Deshalb wollen wir den Fokus hin zum Boden lenken. Dieser ist die eigentliche Grundlage f\u00fcr das gesamte \u00d6kosystem Weingarten und damit der wichtigste Hebel in puncto Nachhaltigkeit. Der Boden und seine Kohlenstoffkreisl\u00e4ufe sind von uns steuerbar, gerade deswegen sollte er st\u00e4rker ins Zentrum unserer Wahrnehmung und Arbeit ger\u00fcckt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich glaube wir sind bei weitem nicht alleine mit unserer Meinung, wenn wir sagen, dass wir uns als Winzer auf unsere Arbeit konzentrieren m\u00f6chten, idealerweise ohne ein unn\u00f6tig gro\u00dfes Ausma\u00df an B\u00fcrokratie. Das macht die <strong>Regenerative Landwirtschaft<\/strong> als Bewirtschaftungsphilosophie attraktiv und effektiv. Es geht um einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem die Bedeutung eines gesunden Bodens und dessen Integrit\u00e4t im Mittelpunkt stehen. Jeder Landwirt kann seine Arbeit nach diesen ganz klaren Prinzipien ausrichten, ob zertifiziert oder nicht zertifiziert. Das Ziel bleibt das Gleiche. Das wichtigste: Hier werden von Grund auf die Vielfalt klimatischer und geologischer Bedingungen in den unterschiedlichen weinbaulichen Gegebenheiten mit einbezogen. Der Anwender steuert die Ma\u00dfnahmen individuell. Der Pflanzenschutz etwa ist eines von vielen Themen, aber spielt absolut keine \u00fcbergeordnete Rolle, so wie in der aktuellen Nachhaltigkeitsvorstellung. Die Herausforderung f\u00fcr eine Zertifizierung besteht aber gerade darin, einen Rahmen zu schaffen, der Raum f\u00fcr Vielfalt l\u00e4sst, gleichzeitig aber klare Leitlinien f\u00fcr regenerative Praktiken definiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Regenerative Landwirtschaft<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\" data-pm-slice=\"1 1 []\">Wie der Name bereits andeutet, geht es bei der regenerativen Landwirtschaft im Kern darum, die Fruchtbarkeit der B\u00f6den zu erhalten oder zu regenerieren. Dies gelingt am besten, indem man die B\u00f6den m\u00f6glichst ungest\u00f6rt l\u00e4sst und auf nat\u00fcrliche Kreisl\u00e4ufe aufbaut und vertraut. Das Konzept basiert auf dem Verst\u00e4ndnis des lebendigen Mikrokosmos unter der Erdoberfl\u00e4che und der Zusammenarbeit von Pflanzen, Mikroorganismen und Pilzen. Dadurch ver\u00e4ndern sich unsere Bewirtschaftungspraktiken automatisch. Zu den wichtigsten Ma\u00dfnahmen geh\u00f6ren, den Boden nicht tiefer als unbedingt n\u00f6tig zu pfl\u00fcgen oder umzugraben, eine vielf\u00e4ltige Pflanzengemeinschaft zu kultivieren und Monokulturen durch den gezielten Einsatz von Begr\u00fcnungen, B\u00e4umen und Landschaftselementen zu durchbrechen, wodurch die B\u00f6den zugleich vor Erosion durch Sonne, Wind und Starkregen gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Diese Praktiken tragen dazu bei, die Bodenstruktur und insbesondere die darin lebenden Organismen zu erhalten, die essenziell f\u00fcr das Pflanzenwachstum sind. Beispielsweise f\u00f6rdern einige Mikroorganismen die Stickstoffaufnahme, die Pflanzen f\u00fcr die Photosynthese ben\u00f6tigen. Im Gegenzug versorgen die Pflanzen diese Mikroorganismen mit Kohlenstoff aus der Luft. Einige Bakterien nutzen diesen Kohlenstoff wiederum, um den Boden mit essenziellen N\u00e4hrstoffen anzureichern. Dieses nat\u00fcrliche Zusammenspiel bildet die Grundlage f\u00fcr einen fruchtbaren, gesunden Boden und damit f\u00fcr nachhaltige Landwirtschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Im Gegensatz zu anderen Anbaumethoden liegt hier der Schwerpunkt auf Ergebnissen statt auf strikten Regeln, was Flexibilit\u00e4t und Anpassungsf\u00e4higkeit erm\u00f6glicht.<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Regenerativer Weinbau<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Durch ein ver\u00e4ndertes Bewusstsein und ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die nat\u00fcrlichen Prozesse, hat sich auch unsere Arbeit in den Weing\u00e4rten ver\u00e4ndert und weiterentwickelt. Wir k\u00f6nnen mit gezielten, kultivierenden Ma\u00dfnahmen die Bodenlebendigkeit, die Artenvielfalt und auch die Rebgesundheit f\u00f6rdern. Wir begegnen nicht einfach nur Sch\u00e4dlingen, Krankheiten und Unkr\u00e4utern, sondern einem in sich schl\u00fcssigen System von Ursachen und Wirkungen, das wir nur besser begreifen m\u00fcssen und durch unsere kultivierenden und ausgleichenden Ma\u00dfnahmen behutsam aber wirkungsvoll beeinflussen k\u00f6nnen. Diese enge Beziehung zur Natur und das tiefere Verst\u00e4ndnis um das \u00d6kosystem Weingarten schaffen letztlich die Basis f\u00fcr jene \u00fcberlegten Ma\u00dfnahmen, die am Ende gesunde B\u00f6den und qualitativ hochwertige Trauben zum Resultat haben. Und diese Trauben sind es, die den Charakter ihrer Herkunft und die Bodenlebendigkeit am besten widerspiegeln und aus denen gro\u00dfartige Weine entstehen k\u00f6nnen, davon sind wir \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Kollegialit\u00e4t und Wissensaustausch<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Entscheidend ist f\u00fcr uns dabei auch der Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Kollegen, regional und \u00fcberregional. In der gerade die Verantwortung \u00fcbernehmenden Winzergeneration sp\u00fcrt man ein hohes Ma\u00df an intellektueller Energie. Viele haben studiert, sind weit gereist und haben dabei einiges gelernt und erprobt. Sie haben die M\u00f6glichkeiten unserer Zeit genutzt. Wir sehen darin ein geniales Umfeld und den N\u00e4hrboden f\u00fcr viele positive Entwicklungen. Es werden Erfahrungen ausgetauscht, Best Practices und wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt. So schwappen Ideen aus aller Welt in den eigenen Weingarten. Mit einer guten Portion Trial and Error meist erfolgreich. Am Ende besch\u00e4ftigt eigentlich jeden von uns die Frage nach der idealen Bewirtschaftungsweise. Das war fr\u00fcher genauso wie heute. Im Vergleich zu damals haben wir heute allerdings einen gro\u00dfen Vorteil: Das Verst\u00e4ndnis \u00fcber die Wirkmechanismen in unseren \u00d6kosystemen ist weit \u00fcber das traditionelle Erfahrungswissen hinausgewachsen und wissenschaftlich fundierter. Vieles von dem, was unsere Vorfahren f\u00fcr den Erhalt der Bodengesundheit getan haben, ist auch aus heutiger Sicht schl\u00fcssig und sinnvoll. Andere Dinge wiederum, wie beispielsweise das tiefe Umpfl\u00fcgen der Erde, erwiesen sich im Lichte neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse als ung\u00fcnstige Praktiken. Aus all dem gemeinschaftlich generierten Wissen und den Erfahrungen leiten wir am Ende eine auf unsere weinbaulichen Gegebenheiten abgestimmte und individuell angepasste Strategie ab, welche sich im Kern aus einer Kombination von Kompostmanagement, Begr\u00fcnungsmanagement, Bodenbel\u00fcftung und Landschaftsgestaltung zusammensetzt. Ein System aus intelligenten Ma\u00dfnahmen, bei dem die \u00f6kologische wie auch die \u00f6konomische Nachhaltigkeit gesichert wird. Keine Zw\u00e4nge. Wir reagieren auf die Pflanze, den Boden, die Witterung und auf Ver\u00e4nderungen. Dazu m\u00f6chten wir in Folge ein paar Gedanken mit euch teilen, die bei der Pflege unserer Weing\u00e4rten omnipr\u00e4sent sind und die oben angesprochene regenerative Bewirtschaftungsstrategie beeinflussen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Kultivieren = den Boden pflegen<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein Teil unserer Aufgabe als Winzer besteht darin, unsere Weing\u00e4rten zu kultivieren und in die Natur einzugreifen. Bei der regenerativen Landwirtschaft geht es uns darum, das nat\u00fcrliche Gleichgewicht m\u00f6glichst wenig zu st\u00f6ren und eine Balance zwischen Natur und Kultur zu schaffen (oder wiederherzustellen). Dazu geh\u00f6rt das Verst\u00e4ndnis, dass die Bodenfruchtbarkeit und das Bodenleben der Schl\u00fcssel zu einem sich selbst regenerierenden \u00d6kosystem sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gerade bei der Rebe dr\u00fccken sich die Herkunft, die Lage, die Aktivit\u00e4t des Bodens und die Gesundheit der Pflanze in vielf\u00e4ltiger Weise in den Fr\u00fcchten und im sp\u00e4teren Wein aus. Als besonders anspruchsvolle Kulturpflanze braucht dei Rebe gen\u00fcgend Luft an den Wurzeln und ist eher empfindlich gegen\u00fcber verschiedensten Krankheiten. Umso wichtiger ist es, dass ein n\u00e4hrstoffreicher, lockerer Boden und ein gesundes und biologisch aktives Bodenleben f\u00fcr eine harmonische Ern\u00e4hrung sorgen, Stress mindern und die Resilienz der Weinst\u00f6cke f\u00f6rdern. Wir wollen die Reben in die Lage versetzen, sich die f\u00fcr ein gesundes Wachstum notwendigen Kr\u00e4fte selbst aus dem Boden zu holen. Im Zusammenwirken von Pflanzen, Bodenorganismen und Mykorrhiza-Pilzen k\u00f6nnen alle notwendigen N\u00e4hrstoffe vom Boden bereitgestellt werden und m\u00fcssen nicht in Form von chemisch-synthetischen Kunstd\u00fcngern von au\u00dfen zugef\u00fchrt werden. Die mikrobielle Aktivit\u00e4t, die Porenraumschaffung und die Wasserhaltekraft des Bodens h\u00e4ngen direkt zusammen und sind \u00fcber den Humusaufbau, als \u00fcber den Kohlenstoffkreislauf, steuerbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die erste Voraussetzung ist es, gen\u00fcgend Platz im Boden zu schaffen, damit Luft, Wasser und Wurzeln ihn durchdringen k\u00f6nnen. Bodenverdichtungen, wie sie etwa durch das Befahren mit dem Traktor entstehen k\u00f6nnen, k\u00f6nnen wir anhand einer Spatenprobe erkennen und diese dann &#8220;behandlen&#8221;. Das ist wichtig, denn verdichtete B\u00f6den leiden unter einem gest\u00f6rten Luft- und Wasserhaushalt. Es fehlen dann ausreichend Hohlr\u00e4ume (= Bodenporen), in die der Regen z\u00fcgig versickern und pflanzenverf\u00fcgbar gespeichert werden kann. Die Bodenporen dienen aber auch den Bodenorganismen als wichtige Lebensgrundlage. Dieses Bodengef\u00fcge wird dann mit Hilfe von Wurzelausscheidungen und Bakterienschleimen weiter stabiliseren. In einem gesunden, fruchtbaren Boden finden wir lebendverbaute Gef\u00fcgeformen (Kr\u00fcmelgef\u00fcge) vor, die durch diese mikrobielle Aktivit\u00e4t enstehen, sowie feinste Haarwurzeln und Pilzhyphen, die das Gef\u00fcge verst\u00e4rken. Die Bodenstruktur ist eine dynamische Eigenschaft des Bodens, die wir stets im Blick behalten und an der wir stets arbeiten m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Verdichtungen brechen wir alternierend alle ein bis zwei Jahre auf und wechseln die &#8220;Fahrgasse&#8221; (jede zweite Zeile). Prinzipiell besitzten Reben ein nicht sehr fein verzweigtes, aber daf\u00fcr sehr ausgedehntes Wurzelsystem, weswegen es besonders wichtig ist, dass der n\u00e4hrstoffreiche Oberboden durchwurzelt und genutzt werden kann. Tiefliegende Verdichtungen (tiefer als 30 cm) werden in der Regel bei der Neuanlage eines Weingartens mit einem nach unten stechenden Tiefenlockerer behandelt (ohne den Boden zu durchmischen). So k\u00f6nnen die Reben sp\u00e4ter ohne gro\u00dfen Widerstand tiefe Wurzeln ausbilden, was sie besonders in Trockenperioden weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Trockenstress macht. Unser Augenmerk gilt der Mittelkrume (10-30 cm Tiefe), die f\u00fcr die Pflanzenern\u00e4hrung essenziell ist. Dieser Unterboden wird von uns regelm\u00e4\u00dfig und zu bestimmten Zeitpunkten gelockert und mit den Feinwurzeln eines Begr\u00fcnungsgemenges stabilisiert. Bei der Lockerung wird der Boden nicht gewendet oder durchmischt, das ist wichtig. Wir brechen ihn lediglich auf und heben ihn an, wodurch er in kleine St\u00fccke zerbricht und viele feine Risse bildet, die relativ schnell von den Wurzeln einer Begr\u00fcnungsmischung weiter aufgebrochen werden (und auch vom Winterfrost weiter &#8220;zersprengt&#8221; werden). Die Wurzeln k\u00f6nnen so wesentlich leichter und schneller in den Boden eindringen und mit den Mikroorganismen und Pilzenmyzelen zusammenarbeiten, um N\u00e4hrstoffe f\u00fcr die Rebe aufzuschlie\u00dfen und das Porengef\u00fcge zu stabiliseren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der biologisch aktivste Bereich des Bodens, die oberste Bodenschicht (5-10 cm), ist der einzige Bereich, der bei der Bodenbearbeitung durchmischt werden darf, und zwar wenn wir die bestehende Begr\u00fcnung in die Muttererde einarbeiten. So wird die Integrit\u00e4t der Bodenhorizonte erhalten. W\u00fcrden wir tiefer pfl\u00fcgen, w\u00fcrden wir die Mikroorganismen in tieferen Schichten ersticken. Sofort nach der Lockerung werden wieder Begr\u00fcnungspflanzen einges\u00e4t, um den Boden &#8220;lebendig zu verbauen&#8221;.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Begr\u00fcnung<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Es ist gar nicht lange her, da waren viele Weing\u00e4rten reine Erdfl\u00e4chen, in denen nichts Gr\u00fcnes wuchs, au\u00dfer eben die Reben. Das kann man sich heute kaum vorstellen, aber auch hier haben neue Erkenntnisse zu einem Umdenken gef\u00fchrt. Die Begr\u00fcnung, die wir heute anbauen, dient mit ihren sch\u00f6nen Bl\u00fcten und unterschedlichen Pflanzenarten nicht nur der Biodiversit\u00e4t im Weinberg. Sie dient vor allem als Erosionsschutz, verbessert die Bodenstruktur und Wasserhaltekraft, beschattet den Boden und bildet eine gewisse Barriere zum Wind, was vor Austrocknung sch\u00fctzt. Au\u00dferdem k\u00f6nnen wir damit den Befahrdruck des Traktors abpuffern, wenn wir beispielsweise mit der Spritze hineinfahren. Pflanzenwurzeln und organische Kreisl\u00e4ufe sind auch ma\u00dfgeblich am Aufbau der Porensysteme beteiligt, die f\u00fcr uns so essenziell sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Als Nahrungsangebot f\u00fcr das Bodenleben (Regenw\u00fcrmer, Mikroorganismen, &#8230;) bildet die Begr\u00fcnung die Basis f\u00fcr eine hohe biologische Aktivit\u00e4t und N\u00e4hrstoffdynamik. Besonders wenn vielf\u00e4ltige Pflanzenwurzeln zur Verf\u00fcgung stehen, f\u00f6rdern wir die Diversit\u00e4t des Bodenlebens, entscheidender Bestandteil eines fruchtbaren Bodens. Die Hauptmasse des Bodenlebens bilden Pilze und Pilzf\u00e4den (\u00fcber 50%), hinzu kommen Bakterien, W\u00fcrmer und andere tierische Lebewesen. In einem Kubikzentimeter fruchtbarer Erde leben bis zu 100 Millionen Mikroorganismen, das sind ungef\u00e4hr 10 Tonnen pro Hektar. Ein Teel\u00f6ffel fruchtbare Erde enth\u00e4lt mehr lebende Organismen als es Menschen auf der Welt gibt. Diese Zahlen sind kaum fassbar und haben uns ebenso erstaunt wie alle anderen. Das macht also deutlich, welche Bedeutung die Bodenpflege und die Vielfalt der Pflanzengesellschaft f\u00fcr das Bodenleben haben, dass f\u00fcr uns \u00fcberlebensnotwendig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bei der Zusammensetzung der Begr\u00fcnungsmischung achten wir darauf, dass verschiedene Leguminosenarten, diverse Kr\u00e4uter und auch ein kleiner Anteil Gr\u00e4ser enthalten sind. Besonders Leguminosen (Klee, Erbsen, etc.) sorgen f\u00fcr eine intensive Durchwurzelung und Anregung des Bodenlebens. \u00dcber Kn\u00f6llchenbakterien fixieren sie nebenbei Stickstoff aus der Luft und machen ihn bei Bedarf pflanzenverf\u00fcgbar. Der Stickstoff ist entscheidend f\u00fcr das Rebwachstum (und die sp\u00e4tere Verg\u00e4rung, da auch die Hefe sich davon ern\u00e4hrt). Deswegen arbeiten wir mit einem hohen Leguminosen-Anteil. In unserer Begr\u00fcnung finden sich sowohl Schnellkeimer, die den Boden schnell bedecken, als auch Langsamkeimer, die sich erst sp\u00e4ter im Jahr entwickeln, sowie mittelhohe und h\u00f6her wachsende Pflanzen. Knapp die H\u00e4lfte unserer Begr\u00fcnung besteht aus Tiefwurzlern, die auch die tieferen Schichten biologisch aufbrechen und bel\u00fcften. Die Begr\u00fcnung wird im Laufe der Vegetationszeit gezielt gest\u00f6rt, also gemulcht (gem\u00e4ht) oder gewalzt, je nach Witterung. So setzen wir gezielt N\u00e4hrstoffe im Boden frei, regenerieren diesen und f\u00f6rdern das Wachstum und die Gesundheit der Reben und des gesamten \u00d6kosystems. Mit diesen Ma\u00dfnahmen gelingt es uns, die Humusgehalte im Boden zu erhalten und auch zu erh\u00f6hen, was sich sehr positiv auf die Wasserspeicherf\u00e4higkeit auswirkt, denn 1% mehr Humus kann bis zu 430 m\u00b3 mehr Wasser pro Hektar speichern. Das wird in Zeiten von l\u00e4ngeren Trockenperioden, wie sie der Klimawandel mit sich bringt, entscheidend sein. Hinzu kommt, dass dadurch auch Starkregenereignisse zu keinem Bodenverlust f\u00fchren, da die Muttererde fixiert ist und durch die lockere Struktur einen Teil des Wassers auch aufnehmen kann. Wir machen unsere Weing\u00e4rten zukunftsfit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Biodiversit\u00e4t<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Biodiverse Systeme haben nicht nur effektivere N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe. Eine vielf\u00e4ltige und bunt bl\u00fchende Begr\u00fcnung lockt n\u00fctzliche Insekten an, die Sch\u00e4dlinge auf nat\u00fcrliche Weise in Schach halten. Die Insekten wiederum locken V\u00f6gel und andere Kleintiere an, die ebenfalls von der erh\u00f6hten Nahrungsverf\u00fcgbarkeit und den verbesserten Lebensbedingungen profitieren. Ein gesunder N\u00fctzlings-Kreislauf entsteht. Deswegen liegt es nahe, dass wir auch in den Randbereichen der Weing\u00e4rten nat\u00fcrliche Lebensr\u00e4ume erhalten oder schaffen. Wir pflegen diverse Obstb\u00e4ume, B\u00f6schungen, Hecken und Wildblumenwiesen, anstatt alles umzum\u00e4hen. B\u00e4ume werden bewusst rund um den Weingarten gepflanzt und dienen uns haupts\u00e4chlich als Windschutz, was wiederum die Verdunstung im Weingarten reduzieren soll. Schritt f\u00fcr Schritt entstehen dabei Lebensr\u00e4ume f\u00fcr alles was kriecht, springt, fliegt und krabbelt. Ein \u00f6kologisches Gleichgewicht stellt sich ein. Wir haben Nistk\u00e4sten installiert, um fast verschwundene und n\u00fctzliche Vogelarten wieder anzusiedeln, wie Wiedehopf und Steinkauz (eine kleine Eule, die es uns als Weingut mit der Eule besonders angetan hat). In Zukunft sind auch Biodiversit\u00e4tsinseln in unseren gr\u00f6\u00dferen Weing\u00e4rten geplant. Dar\u00fcber k\u00f6nnen wir bald berichten, sobald die erste Insel angelegt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Besonders tiefgreifende und positive Auswirkungen auf die Biodiversit\u00e4t und die \u00f6kologische Stabilit\u00e4t im Weingarten hat auch der Verzicht auf Herbizide und Insektizide. Diese haben wir schon vor Jahrzehnten verbannt. Ohne den Einsatz dieser Gifte k\u00f6nnen sich nat\u00fcrliche Pflanzengemeinschaften und Insektenpopulationen ungehindert entwickeln und entfalten. Insektizide, die zur Kontrolle von Sch\u00e4dlingspopulationen verwendet werden, k\u00f6nnen selbstverst\u00e4ndlich auch n\u00fctzliche Insekten wie Best\u00e4uber (z.B. Bienen, Schmetterlinge) und nat\u00fcrliche Feinde von Sch\u00e4dlingen (z.B. Marienk\u00e4fer, Florfliegen, Spinnen, Raubmilben) umbringen. Stattdessen setzen wir auf nat\u00fcrliche N\u00fctzlingspopulationen und nat\u00fcrliche Methoden wie das Ausbringen von Pheromonen (was im Kamptal kollektiv von der Winzerschaft prakziziert wird), mit deren Hilfe wir den Traubenwickler bek\u00e4mpfen. Die Duftstoffe werden normalerweise von den Weinbchen abgesondert, um die M\u00e4nnchen zur Paarung zu sich zu lotsen. Die Raupen richten dann teils gro\u00dfe Sch\u00e4den an den Trauben an. Wir wollen diese Paarung also verhindern. Wegen der Pheromone im ganzen Weingarten findet das M\u00e4nnchen leider keine Weibchen mehr. Sorry.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit dem Verzicht auf Instektizide gedeiht also eine N\u00fctzlingspopulation, die Sch\u00e4dlingspopulationen auf nat\u00fcrliche Weise reguliert. Das \u00d6kosystem wird dadurch resilienter und weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Sch\u00e4dlingsausbr\u00fcche. In Folge wird der Bedarf an chemischen Eingriffen weiter reduziert. Eine Win-Win-Situation.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Kompost<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein Schl\u00fcsselaspekt der regenerativen Landwirtschaft liegt auch in der gezielten Ausbringung von hochwertigem Kompost (und Komposttees, um Mikroorganismen in den Boden einzubringen). Bei uns werden die organischen Abf\u00e4lle, die bei der Produktion unserer Weine anfallen, wie Stiele, Schalen und Gel\u00e4ger (Trubstoffe), gemeinsam mit Pferdemist eines im Kamptal gelegenen Pferdestalls kompostiert. Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze zersetzen das organische Material und wandeln es innerhalb einiger Wochen in humusreiche Erde um. Das Rebholz, das sich beim Rebschnitt in den Zeilen sammelt, wird nicht kompostiert, sondern im Weingarten geh\u00e4ckselt und sp\u00e4ter in den Boden eingearbeitet, um die Bodenstruktur zu verbessern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Unseren Kompost bringen wir abwechselnd in verschiedenen Weing\u00e4rten aus und rotieren so \u00fcber mehrere Jahre durch alle Rebanlagen. Manche Weing\u00e4rten erhalten etwas mehr, andere wiederum etwas weniger. Wir gehen auf jeden Weingarten individuell ein. Die Reben zeigen es uns w\u00e4hrend der Vegetationszeit (was auch beim Rebschnitt eine Rolle spielt). Auf diese Weise f\u00fchren wir dem Boden einen Gro\u00dfteil der N\u00e4hrstoffe, die wir bei der Ernte der Trauben entnehmen, wieder zur\u00fcck. Gleichzeitig stabilisieren wir ihn und verbessern seine Struktur, die lockerer wird und eine bessere Wasserinfiltration und Wurzeldurchdringung erm\u00f6glicht. Durch die Erh\u00f6hung des Gehalts an organischer Substanz schaffen wir ausgeglichene Temperatur-, Feuchtigkeits- und Bodenluftverh\u00e4ltnisse und stimulieren die Aktivit\u00e4t der Bodenorganismen, die sich \u00fcber den N\u00e4hrhumus freuen und den N\u00e4hrstoffkreislauf weiter aufladen. Die N\u00e4hrstoffanreicherung und die Versorgung der Rebe sind nat\u00fcrlich zentrale Aspekte der Kompostwirtschaft. Als Folge eines mehrj\u00e4hrigen Einsatzes von Kompost und regenerativem Bodenmanagement wird der Boden in die Lage versetzt, selbst ausreichend Mineralstoffe f\u00fcr die gute Entwicklung der Reben zu liefern. Durch die Bereitstellung einer reichen Umgebung f\u00fcr Bakterien, Mykorrhiza-Pilze und W\u00fcrmer tr\u00e4gt der Kompost zur Steigerung der biologischen Vielfalt im Boden bei. Besonders Mykorrhiza-Pilze sind interessante Akteure im Boden, die wir f\u00f6rdern m\u00f6chten. Sie verbinden sich mit den Rebwurzeln und erweitern so deren Reichweite. Diese geniale Partnerschaft erm\u00f6glicht einen intensiven Austausch von N\u00e4hrstoffen und Wasser zwischen den Pilzen und den Pflanzen. Die Mykorrhiza agiert gewisserma\u00dfen als verl\u00e4ngerter Arm der Wurzeln und verbessert dadurch die N\u00e4hrstoffaufnahme und sogar die Trockenheitstoleranz.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Noch ein wichtiger Punkt: Das Ausbringen von Kompost und das Mehr an organischem Material reduziert die Mobilit\u00e4t und die Bioverf\u00fcgbarkeit von Kupfer im Boden und kann so auch die negativen Auswirkungen auf das Bodenleben mildern. Das macht diese Praktik f\u00fcr Bio und Biodyn Weing\u00fcter in Bezug auf Pflanzenschutzma\u00dfnahmen eigentlich unverzichtbar. Beim Abbau von Pflanzenr\u00fcckst\u00e4nden wird ein Teil des Kupfers in die organische Substanz integriert. Kupferionen k\u00f6nnen sich unter anderem an organische Materialien wie Humus, Tonminerale und organische Kolloide binden. Auch die Mikroorganismen im Boden k\u00f6nnen das giftige Schwermetall immobilisieren, indem sie es in ihre Zellstrukturen einbauen oder es an Exsudate (Ausscheidungen) binden. Diese Exsudate sind \u00fcbrigens auch verantwortlich f\u00fcr die kr\u00fcmelige Struktur guter Erde, die ein Zeiger f\u00fcr ein hohes Ma\u00df an biologischer Aktivit\u00e4t im Boden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Landschaft gestalten<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Woran erstmal niemand denkt ist, dass Landschaftsdesign ebenfalls eine entscheidende Rolle spielt. Durch eine durchdachte Gestaltung der Landschaft k\u00f6nnen nat\u00fcrliche Prozesse unterst\u00fctzt und verst\u00e4rkt werden, was zu einer erh\u00f6hten Bodengesundheit, Wasserhaltekraft und Biodiversit\u00e4t f\u00fchrt (oder Landwirtschaft \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht). \u00dcber die strategische Platzierung von Windschutzstreifen, Hecken und Baumpflanzungen zur Reduzierung von Bodenerosion und zur Schaffung von Mikroklimaten, die der Austrocknung entgegenwirken, haben wir oben bereits gesprochen. <strong>Der Bodenaufbau und das Wassermanagement sind zentrale Aspekte bei der Bewirtschaftung.<\/strong> Wasser ist ein kostbares Gut, deswegen macht es nur Sinn, es m\u00f6glichst effektiv zu nutzen und nach M\u00f6glichkeit auch zu speichern. Mit Hilfe teils uralter Techniken wie dem Anlegen von Terrassen, konturierten Gr\u00e4ben und Teichen, k\u00f6nnen wir Regenwasser besser in der Landschaft verteilen und eben auch speichern. Alle Weing\u00e4rten die wir so gestalten w\u00fcrden, w\u00e4ren prinzipiell resistenter gegen\u00fcber D\u00fcrre und Hitzeperioden. Das ist f\u00fcr Kollegen in diversen anderen Weinbaugebieten vielleicht weniger relevant, macht bei uns im Kamptal aber viel Sinn. Eigentlich sind wir mit durchschnittlich 450 Liter Regen pro Quadratmeter und Jahr ein eher trockenes \u00f6sterreichisches Weinbaugebiet. Das haben schon die M\u00f6nche im Mittelalter erkannt. Die haben unsere Landschaft im Grunde schon vor Jahrhunderten mit Terrassen optimiert. Zum Gl\u00fcck hatten sie viel Zeit. Eigentlich kennen wir die Vorteile von Terrassen seit der Antike. Die M\u00f6nche haben den Terrassenbau mit ihrem Wissen \u00fcber Topografie, Hydrologie und Bodenkunde weiterentwickelt und verfeinert. Das wichtigste ist, dass Terrassen der Bodenerosion entgegenwirken. Erst dadurch konnte sich auf manch kargem Hang ein fruchtbarer Boden bilden. Heute sind diese Lagen bekannt f\u00fcr ihre herausragenden Weine, etwa der Heiligenstein. Mit Terrassen k\u00f6nnen wir auch verhindern, dass Wasser unkontrolliert die H\u00e4nge hinunterflie\u00dft und wertvollen Oberboden mit sich rei\u00dft. Au\u00dferdem kann das Wasser nun langsam versickern und ist l\u00e4nger verf\u00fcgbar f\u00fcr Pflanzen und Bodenorganismen, die wiederum den fruchtbaren Boden weiter aufbauen. Ein intelligentes System, das seit Generationen Bestand hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das Anlegen von Teichen lie\u00dfe sich bei uns im Kamptal ebenfalls umsetzen, um abflie\u00dfendes Regenwasser zu sammeln und \u00fcber Bew\u00e4sserungen wieder langsam in den Weing\u00e4rten versickern zu lassen. Das ist ein Grundprinzip des Keyline-Systems, \u00fcber das man viel Lesen wird wenn man sich mit regnerativer Landwirtschft besch\u00e4ftigt. Es m\u00fcsste als Projekt allerdings gro\u00df angelegt werden. Das ganze Gebiet m\u00fcsste die Investition tragen, mitwirken und zusammenarbeiten, denn es sollte ausgekl\u00fcgelt sein. Momentan bleibt es erstmal eine Vision, ein Projekt f\u00fcr die Zukunft. Eines Tages k\u00f6nnte es uns in besonders trockenen Jahren und bei niedrigen Wasserst\u00e4nden viele Vorteile bringen. Nicht nur, weil wir die Reben vor \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Trockenstress bewahren k\u00f6nnten, sondern auch, weil durch die Verteilung des Regenwassers und die langsame Verdunstung die ganze Landschaft gek\u00fchlt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Die Bedeutung von Handarbeit<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Neben all den bodenverbessernden Ma\u00dfnahmen, die wir setzen, ist auch die h\u00e4ndische Rebstockpflege essenziell. Und zwar nicht nur, um sp\u00e4ter gesunde Trauben zu ernten, sondern vor allem, um die Durchfahrten mit schweren Maschinen auf ein Minimum reduzieren zu k\u00f6nnen. Auch so versuchen wir, den Boden als unser wichtigstes Gut zu sch\u00fctzen. Schneiden, Binden, Ausbrechen, Einstricken, Entbl\u00e4ttern, Auslesen, Selektieren und Ernten. Das alles sind pr\u00e4zise und wohl \u00fcberlegte Handgriffe, bei denen wir individuell auf alle Bed\u00fcrfnisse der Reben eingehen k\u00f6nnen. Das w\u00e4re mit Maschinen einfacher und g\u00fcnstiger, aber f\u00fcr das \u00d6kosystem Weingarten und die Qualit\u00e4t der Trauben sicher nicht besser. <strong>Das unterscheidet letztlich auch den handwerklichen Weinbau vom industriellen. Eine Liebe zum Detail und der bewusste Mehraufwand, qualitativ wie \u00f6kologisch, versus die Produktion einer m\u00f6glichst billigen Flasche Wein.<\/strong> Nat\u00fcrlich sollten wir auch \u00fcber die Errungenschaften der Technik sprechen. \u00dcber all die M\u00f6glichkeiten, die moderne Ger\u00e4te heute versprechen, um \u00f6kologische Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz zu vereinen. Auch wenn moderne Erntemaschinen mittlerweile sehr gute Ergebnisse liefern, sind sie immer noch extrem schwer und zerst\u00f6ren das Bodengef\u00fcge in JEDER Zeile. Auch hier setzen wir lieber auf die h\u00e4ndische Lese, bei der wir jede Traube am Stock selektieren k\u00f6nnen und bei der auch mehrere Lesedurchg\u00e4nge m\u00f6glich sind. So kommen wir zum besten Ergebnis, in jeglicher Hinsicht. Die Industrialisierung hat zwar l\u00e4ngst Einzug gehalten in der Weinwelt, wir sehen Wein aber trotzdem noch als Handwerksprodukt mit Seele. Der Boden und die Natur sind hierbei unsere gr\u00f6\u00dften Verb\u00fcndeten, das sollte aus diesem Beitrag (und aus <a href=\"https:\/\/hiedler.at\/2023\/06\/21\/terroir\/\">DIESEM<\/a>) klar hervorgegangen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">In vielen Weinregionen der Welt ist die Pflege der Weinberge und die Produktion von Wein eine Tradition, um die herum sich ganze Kulturen gebildet haben und die somit kulturelle und soziale Werte erh\u00e4lt. Die Arbeit aller Landwirte ist unglaublich wertvoll, das scheinen viele oft zu vergessen! Auch wenn es manchmal echt anstrengend ist, schafft Handarbeit Arbeitspl\u00e4tze und f\u00f6rdert die lokale Wirtschaft. Auch das ist ein Mehrwert. Leider sind Mitarbeiter in unserer Branche heute nur noch schwer zu finden, selbst bei sehr guter Bezahlung. Sie kommen oft von weit her. Vielleicht wird gerade deswegen eine technologische Revolution eines Tages die Folge sein (m\u00fcssen), mal sehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Abschlie\u00dfende Gedanken<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Abschlie\u00dfend m\u00f6chten wir betonen, dass auch die regenerative Landwirtschaft noch nicht auf alle unsere Fragen umfassende Antworten bereith\u00e4lt. Einige dieser Antworten existieren noch gar nicht oder sind unvollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Doch dieser Ansatz kommt unserem Verst\u00e4ndnis von \u00f6kologischer (und \u00f6konomischer) Nachhaltigkeit durch seine Flexibilit\u00e4t und die Losl\u00f6sung von vorgefertigten Pfaden deutlich n\u00e4her als alle anderen, die uns bekannt sind. Besonders wertvoll ist, dass diese Bewirtschaftungsphilosophie die Anwender bef\u00e4higt, auf die individuellen Gegebenheiten eines Jahres und einer Region ad\u00e4quat zu reagieren \u2013 dynamisch und adaptiv, unabh\u00e4ngig von starren und vorgedachten Regeln, aber mit einem tiefen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die nat\u00fcrlichen Prozesse. Das stellt f\u00fcr uns einen signifikanten Mehrwert dar, einen, den wir in dieser Form in keinem anderen Bewirtschaftungssystem finden k\u00f6nnen und den auch leider viele gut gemeinte Zertifizierungen meist nicht vollst\u00e4ndig erm\u00f6glichen (was nicht hei\u00dft das sie schlecht sind, aber eben auch nicht ideal). Am Ende liegt es nat\u00fcrlich am Anwender, zu entscheiden was zu tun ist und das Potenzial dieses Ansatzes voll auszusch\u00f6pfen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Teilt gerne eure Meinung mit uns.<\/h3>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in Deutsch. 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