June 10, 2021

Weinverschlüsse

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Einige werden festgestellt haben, dass wir nun vermehrt auf Diam Korken setzen. Warum eigentlich und was genau ist ein Diam?

Die Frage des Verschlusses beschäftigt uns seit vielen Jahren. Spätestens seit dem großen Einbruch der Korkqualität in Österreich in den frühen 2000er Jahren. Es gab damals große Probleme mit TCA belastetem Material (viel Ausfall durch Korkschmecker). Hinzu kam die schwindende Flexibilität der Korken durch neue Korkbehandlungsmittel beim Kampf gegen TCA und somit spröde Korken die viel Sauerstoff durchließen. Die Weine reiften oft viel zu schnell. Logisch also, dass hierzulande schließlich viele Winzer auf den Schraubverschluss umstiegen, der die Lösung vieler Probleme versprach. Auch wir griffen immer häufiger zum Schraubverschluss. Heute verschließen wir einen großteil unserer Weine damit, gerade im fruchtbetonten Einstiegsbereich, der meist jung genossen wird.

Ungeachtet der technischen Eigenschaft der diversen am Markt erhältlichen Verschlüsse, haben unterschiedliche Weintypen auch unterschiedlich Anforderungen. So beobachteten wir, dass unsere Lagen- und Reserveweine nach längerer Lagerung eine gewisse Reduktion in der mit Schrauber verschlossenen Flasche entwickelten, die sich oft hartnäckiger hielt als gewünscht. Seit 2014 gab es einige Versuchsfüllungen, in denen wir begannen, den jeweils selben Wein mit mehreren Verschlüsse zu beobachteten. Die Ergebnisse waren eindeutig (vielleicht auch nur auf unseren Ausbaustil zutreffend). Um das Reifeverhalten unserer Reserveweine positiv zu beeinflussen, stiegen wir 2016 wieder auf eine hochwertige Selektion von Naturkorken um. Leider mussten wir feststellen, dass die TCA Problematik trotz aller Bemühungen seitens der Lieferanten nicht ganz im Griff war. In manchen Korkchargen hatten wir besonders viele Ausfälle oder “Schleicher”. Und so spielten wir immer mehr mit dem Gedanken, den Diam Korken zum Einsatz zu bringen, mit dem wir seit 2014 großartige Ergebnisse erzielen, besonders bei Pinot Noir. Mit dem Jahrgang 2019, verschließen wir nun unsere Weine im Lagen- und Reserve Bereich mit Diam. Dass renommierte Weingüter wie Domaine Leflaive oder Louis Jadot vor Kurzem komplett auf Diam umgestellt haben, bestärkte uns in dieser Entscheidung. Und auch in Österreich gibt es mehr und mehr Winzer, die diese Verschlussart wählen.

Der Diam Kork hat einiges zu bieten. Nicht nur, dass er völlig geschmacksneutral ist und den Wein somit mit keiner Fehltönung beeinflusst, sondern auch, dass er das für uns richtige Maß an Sauerstoff für die langjährige Reife zulässt. Was Sauerstoff betrifft, ist der Diam vergleichbar mit einem wirklich hochwertigen Korken. Diam verspricht also Sicherheit und Homogenität. Wer eine mit Diam verschlossene Flasche schon mal geöffnet hat wird feststellen, dass dieser gleich wieder in seine ursprüngliche Form zurückspringen möchte. Die hohe Elastizität kann zwar zur Herausforderung werden, wenn man die Flasche wieder zustöpseln möchte, sorgt aber auch dafür, dass alle Flaschen konstant und gleichmäßig reifen können, und das über viele Jahrzehnte.

 

Was ist ein Diam?

Ein technischer Kork vom französischen Hersteller DIAM Bouchage, der auf den ersten Blick wie ein Presskorken (Konglomerat) aussieht, tatsächlich aber ein wertvoller high-tech Verschluss ist. Diam Korken garantieren Weingenuss ohne jeden Korkgeschmack. Aus dem Kork-Feingranulat werden zuerst alle Holzanteile herausgesiebt und anschließend im patentierten Diamant-Verfahren von schädlichen Chloranisolen gereinigt. Die Reinigung erfolgt ohne Chemie durch Spülung mit flüssigem CO2. Die mikrobielle Belastung wird ebenfalls verringert und stabilisiert, ohne wichtige Elemente wie z.B. Wachse zu entfernen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass keine Lösungsmittel oder Kleber eingesetzt werden. Das Korkgranulat wird unter Druck und Hitze mit pflanzlichen Polyolen (als Bindemittel) zu einem Brei verrührt und verbacken. Anschließend werden die Korken noch mit Bienenwachs behandelt, was für ausgezeichnete Hydrophobie sorgt und die Korken vor dem eventuellen kapillaren Aufsaugen schützt. Das garantiert eine lange Lebensdauer.